Unsere Schule

Grafik: Marc Albrecht-Hermanns

Eine grafische "Gedankenkarte" als Mitschrift - methodisch ganz im Sinne Professor Strucks, der in unserer Schule einen dreistündigen Vortrag zu Konsequenzen aus Schulvergleichsstudien sowie einem hirngerechten Lernen und Unterrichten hielt.

 

Der Besuch in Nievenheim war von langer Hand geplant, doch dann stand er dank Sturmtief Xavier und Verkehrschaos in Norddeutschland doch noch auf der Kippe. Prof. Struck schaffte es aber rechtzeitig, sehr zum Gefallen der Gäste in der BvS-Gesamtschule, die sich hinterher um eine Vielzahl von Impulsen zur Schul- und Unterrichtsentwicklung bereichert sahen.
 
Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Peter Struck aus Hamburg
 
Wie muss sich das Schulsystem ändern, damit es zu den Siegern der verschiedenen Vergleichsstudien wie Finnland, Südkorea oder auch die Niederlande aufschließt, was schon volkswirtschaftlich dringend geboten wäre? Eine Sonderauswertung zu PISA belegt, dass in Deutschland sage und schreibe 140.000 15-Jährige den Anschluss in Mathematik so weit verloren haben, dass sie nicht einmal das unterste Leistungsniveau erreichen. Andreas Schleicher, der Leiter der PISA-Studie in Deutschland, rechnet vor, dass diese Menschen über ihr gesamtes Erwerbsleben unfassbare 3600 Milliarden Euro weniger erwirtschaften, als wenn sie wenigstens die unterste Kompetenzstufe erreichten.
 
Prof. Struck blickt zur Beantwortung der eingangs gestellten Frage, durchaus naheliegend, auf systemische Unterschiede. Wie kommt es eigentlich, dass Finnland viermal "Bildungsweltmeister" wurde, die Niederlande in allen Vergleichsuntersuchungen so hervorragend abschneidet und die mathematisch-naturwissenschaftlichen Leistungen in Polen und vielen asiatischen Ländern die deutscher Jugendlicher bei weitem übertreffen? Strucks Antworten kreisen im Wesentlichen um drei Aspekte: Deutschland müsste, um finnisches Ausstattungsniveau zu erreichen, ad hoc etwa 35 Milliarden Euro in Schulen stecken, nicht zuletzt darum, um flächendeckend Ganztagesschulen einzurichten. Es müsste außerdem früher einschulen und den drastischen Schulwechsel nach Klasse 4 vermeiden.
 
Am Beispiel der erfolgreichen Jena-Plan-Schule, der Max-Brauer-Stadtteilschule Hamburg oder auch der Amsterdamer Digitalis-Schule erläuterte Struck dann im zweiten Teil des Abends, garniert mit filmischen Beiträgen sowie Folien, Grafiken und jeder Menge Statistik, welche Wege Schulentwicklung vor Ort nehmen müsste. Vieles seiner Ausführungen ist nicht neu, drängend aber nach wie vor: Digitale Lernkonzepte, Lernpatenschaften, offene Unterrichtsformen sowie generell pädagogische Reaktionen auf hirnphysiologische Entwicklungen im Alter zwischen 5 und 20. An dieser Stelle können die detaillierten Ausführungen Prof. Strucks dazu nicht weiter vertieft werden. Er selbst verweist dazu auf seine aktuelle Publikation Die 15 Gebote des Lernens. Schule nach PISA.
 
Auf Mail-Anfrage erhalten Sie knappe Vortragsskripte bzw. Zeitungsartikel (FR, Welt, u.a.) Prof. Strucks zu einer gewaltpräventiven Erziehung von Jungen, den Chancen einer "digitalen Erziehung" sowie zum Zusammenhang von Schulqualität und Abschlussergebnissen (Abitur).