Unsere Schule

 


 SCHULPROGRAMM


 

 

Vorwort

 

Seit ihrer Gründung fühlt sich die Bertha-von-Suttner-Gesamtschule Dormagen dem Motto Die Menschen stärken - Wege finden - Offen in die Zukunft blicken!  verpflichtet. Diesem Anliegen werden wir auch künftig treu bleiben. 

In den letzten Jahren aber hat sich die Schullandschaft in NRW stark verändert und dieser Wandel betrifft unsere Schule in einem besonderen Maße. Drei Beispiele mögen dies illustrieren:

  1. Die zentral vom Ministerium für Schule und Weiterbildung vorgegebenen Lehrpläne sind nunmehr nicht mehr „lernziel-“, sondern „kompetenzorientiert“. In der Folge der verschiedenen Lernvergleichsstudien, insbesondere dreier PISA-Tests, wird die Frage nach den in der Schule zu vermittelnden Kenntnissen und Fertigkeiten in den jeweiligen Fachbereichen häufig ganz anders beantwortet als zuvor.
  2. Zentrale und teilzentrale Abschlussprüfungen in den Sekundarstufen I und II bewirken ein erfreuliches Maß an Vergleichbarkeit erbrachter Leistungen. Sie erfordern aber auch eine unterrichtliche Verlagerung hin zu konkreter Testvorbereitung und Orientierung an allgemeinen, vorgegebenen Standards. 
  3. Ab dem Schuljahr 2012/2013 wird die Schule strukturell stärker auf Formen einer inneren, lerngruppenbezogenen Differenzierung ausgerichtet. Hieraus ergeben sich anspruchsvolle pädagogische Herausforderungen.

 

Vor diesem Hintergrund möchten wir die programmatische Ausrichtung der Schule neu fassen. Wir formulieren und konkretisieren zu diesem Zwecke in knapper, übersichtlicher Form elementare Leitgedanken, die unser gemeinsames pädagogisches Handeln grundsätzlich bestimmen sollen

In enger Anlehnung an dieses Schulprogramm werden wichtige Arbeitsbereiche wie die Leistungsbeurteilung oder die Fortbildungstätigkeit konzeptionell neu gefasst und miteinander verzahnt. 

Bei all unseren pädagogischen Bemühungen und fachlichen Anstrengungen verlieren wir nie das Ziel eines friedlichen und sozialen Miteinanders aus den Augen. In ihm sehen wir  die Basis eines konstruktiven gesellschaftlichen Austauschs sowie das Fundament, auf dem wir unsere Schule qualitativ entwickeln. 

In großen Teilen kann dabei auf eine seit Jahren sehr gut etablierte Schulkultur Bezug genommen werden. Das nun vorliegende neue Schulprogramm soll aber auch Perspektiven für notwendige künftige Entwicklungen eröffnen; Entwicklungen hin zu einer Schule, die auch unter den gewandelten Bedingungen die besten Wege findet für die vielen Kinder und deren Eltern, die uns vertrauen.     

 

Grundsatz 1

 

Wir halten Wege offen, fördern Vielfalt und garantieren Chancengleichheit.

Leitgedanken:

  • Wir bilden leistungsgemischte Klassen.
  • Kinder werden in der Integration gestärkt, nicht in der Auftrennung nach homogeni-sierenden Gesichtspunkten.
  • Gemeinsames Lernen erfordert einen binnendifferenzierenden Unterricht. 
  • Der Klassenverband bleibt bis zum 10. Jahrgang einschließlich bestehen.
  • Die Zuweisung in anspruchsvollere Erweiterungskurse (E- Kurse) ist der Regelfall. Aufstufungen von Grundkursen (G- Kursen) in E- Kurse (D, M, E) bleiben in Übereinstimmung mit den rechtlichen Vorgaben bis zur Stufe 9 einschließlich erwünscht.
 
Qualitätsstandards: 
 
  • Der Unterricht in allen Unterrichtsfächern wird koedukativ erteilt. Eine Trennung nach Geschlechtern wird nicht vorgenommen.
  • Die Fachkonferenzen formulieren Kriterien für Aufstufungen aus G- Kursen.

  • Die Fachlehrer und Fachlehrerinnen beraten regelmäßig über die Laufbahnen der Kinder und korrigieren sie ggf. in deren Interesse. Hierbei werden insbesondere auch die Eltern einbezogen.
  • Die Lehrkräfte kennen Methoden binnendifferenzierenden Arbeitens und wenden sie an, um den unterschiedlichen Begabungen und Bedürfnissen der Schüler und Schülerinnen gerecht werden zu können. 

 

Grundsatz 2

 

Wir begleiten die Jugendlichen auf individuellen Lernwegen.

Leitgedanken:

  • Vielfältige Neigungsangebote helfen dabei, Lebensperspektiven zu entwickeln.  
  • Die Schüler und Schülerinnen haben einen garantierten Anspruch auf individuell abgestimmte Förderung. Ein detailliertes Förderkonzept hilft auch langsameren und lernschwächeren Kindern dabei, zufriedenstellende Lernergebnisse zu erreichen. 
  • Voraussetzung für eine passgenaue Förderung ist eine differenzierte und wiederholte Leistungsdiagnose.
  • Individualisierung gelingt im Rahmen professioneller Beratung.

 

Qualitätsstandards:

  • Im Rahmen Offener Angebote, AGs (5-7) und Wahlpflichtbereiche (6-10) wählen die Kinder der Jahrgangsstufen 5 & 6 Schwerpunkte nach Neigung. Das Wahlangebot in der Sekundarstufe II ist aufgrund der Kooperation mit zwei umliegenden Gymnasien sehr hoch.
  • Theateraufführungen eröffnen Jugendlichen mit so gelagerten Interessen, ihre Begabungen und Möglichkeiten entsprechend zu entwickeln.  
  • Kinder mit entsprechenden Begabungen können ab Jahrgang 5 eine Schwerpunktklasse „Musik“ besuchen. Im Rahmen des Schulschwerpunktes „Sprachen“ existiert ein bilinguales   Angebot im Fach Englisch. 
  • Förderung bezieht sich auf individuelle Stärken und Schwächen insbesondere in D, M, E.  
  • Die Förderstunden unterliegen einer kollegial abgestimmten Planung. Sie bleiben stets  an den Fachunterricht gebunden.   
  • Stärken und Schwächen aller Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5&7 in den Kernfächern D, E, M werden mittels geeigneter Online-Verfahren diagnostiziert.
  • Die Diagnoseergebnisse bilden einen Ausgangspunkt für individualisierte Förderung. Es kommen ausschließlich Testprodukte zur Verwendung, die auf das jeweilige Testergebnis bezogen geeignete Vertiefungs-und Wiederholungsmaterialien anbieten.
  • Diagnose- und Fördermaterialien werden schulintern auch für die Lernplattform Moodle entwickelt. 
  • Die Förderung erfolgt binnendifferenziert im Fachunterricht sowie in gesonderten Förder-stunden.
  • Die Bertha-von-Suttner-Gesamtschule bietet eine fest im Förderkonzept verankerte LRS- Betreuung an. Speziell fortgebildete Lehrkräfte betreuen diesen Lernbereich. Eine seit Jahren etablierte Kooperation mit dem schulpsychologischen Dienst des Kreises sichert die LRS- Diagnose ab.
  • Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer besitzen umfassende Beratungskompetenzen. Für schulischen Beratungsbedarf stehen den Abteilungsleitungen zudem Beratungslehrerinnen und Beratungslehrer zur Verfügung.

  

Grundsatz 3

 

Wir vermitteln Kompetenzen mit dem Ziel, Selbständigkeit zu entwickeln.

Leitgedanken:

  • Sinnentnehmendes und sinnstiftendes Lesen sind Schlüsselfähigkeiten konstruktiven Lernens.  
  • Ein durchgängiges Methodencurriculum befähigt die Kinder, selbständig zu lernen.
  • Elektronische Medien können helfen, Lernerfolge und Selbständigkeit herzustellen.
  • Außerschulische Lernsituationen ermöglichen authentische soziale Begegnungen und fördern ein eigenständiges Zurechtfinden in der Kultur- und Wissensgesellschaft.
  • Die Bewertung von Schülerleistungen erfolgt nach allgemeinen, pädagogisch aner-kannten Regeln im Rahmen eines gesonderten Konzepts. 

 

Qualitätsstandards:

  • Kompetentes Lesen ist grundlegend für einen differenzierten Sprachgebrauch und wird im Rahmen gesonderter Strukturen gefördert. Hierzu gehören gesondert ausgewiesene, nach didaktischen Grundsätzen geplante Lesestunden in den Klassen 5-10.
  • Die Schule erarbeitet einen Lehrplan „Lernen lernen“, der in der Form eines Spiralcurriculums in allen Fächern Anwendung findet. 
  • Die Arbeitsstunden (ASK) in der Sekundarstufe I unterliegen verbindlichen Regeln.
  • Die Schule entwickelt vielfältige pädagogische Angebote auf der Lernplattform Moodle, mit denen die Kinder und Jugendlichen eigenständig arbeiten können, beständig weiter. 
  • Insbesondere im Rahmen vielfältiger Musik- und Theaterarbeit fördern wir die Selbst-wahrnehmung der Schüler sowie ihre Persönlichkeitsentwicklung.
  • Leistungsbewertung beinhaltet schülernahe Hinweise auf Übungsmöglichkeiten. 
  • Die Beurteilung von Schülerleistungen steht im Einklang mit den entsprechenden konzeptionellen Grundlagen. 

 

Grundsatz 4

Wir bilden Schwerpunkte.

Leitgedanken:

  • Unsere Schülerinnen und Schüler haben im Hinblick auf ihren aktuellen Lernstand und auf ihre weiteren Ausbildungsgänge unterschiedliche Lernbedürfnisse. 
  • Schwerpunktbildung greift die Tatsache auf, dass dem Menschen unterschiedliche Zugänge zur Erkenntnis der Umwelt zur Verfügung stehen.
  • Schwerpunktbildung hilft bei der Orientierung und Ausprägung von Neigungen. 
  • Schwerpunktbildung ist eine angemessene pädagogische Reaktion auf gesellschaftlich vorgegebene Erfordernisse.
  • Schwerpunktbildung organisiert die Ressourcen der Schule nach pädagogischen Maßstäben. 
  • Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit sind die folgenden: 

 

  • Sprachen
  • Ästhetische Erziehung
  • Naturwissenschaften
  • Computer & Internet
  • Sport
  • Berufsvorbereitung
  • Friedenserziehung

 

Qualitätsstandards:

  • Die Kinder können Musikklassen oder bilingualem Englischunterricht zugeordnet werden.
  • Ästhetische Erziehung begleitet und hinterfragt den zunehmenden Zwang zur Selbstinszenierung in unserer Gesellschaft.
  • Die fachliche Schwerpunktsetzung konkretisiert sich im Rahmen außer- und innerschulischer Projekte, Aufführungen, Kooperationen und Wettbewerbe.
  • Die Durchführung, Mitwirkung und Unterstützung von schulischen Veranstaltungen stärken das Bewusstsein einer zielorientierten Gemeinschaft mit Blick auf eine „corporate identity“ der Schule.
  • Der kritische Umgang mit modernen Medien entwickelt bedeutende Schlüsselkompetenzen.
  • Moderne Medien bieten vielerlei Lerngelegenheiten. Um diese zu systematisieren, kann mit dem Lernmanagementsystem „Moodle“ gearbeitet werden.
  • Der Schulsport verfolgt gesundheits,- fitness- und leistungsorientierte Ansprüche.
  • Die Berufsvorbereitung orientiert sich neben den unterrichtsfachlichen Lerninhalten auch an praktischen Bedürfnissen möglicher Ausbildungsbetriebe. 
  • Schülerinnen und Schüler, die nach 10 Pflichtschuljahren die Schule verlassen, um eine Berufs-ausbildung zu beginnen, werden im Rahmen eines speziellen Programms zielführendvorbereitet. Dazu gehört ein umfangreiches Bewerbungstraining ab Stufe 8.
  • Im Rahmen enger Kooperationen mit bedeutenden regionalen Arbeitgebern sowie dem   Arbeitsamt werden die Jugendlichen an unserer Schule auf berufsbezogene Basisqualifikationen intensiv vorbereitet. 
  • Dem Erbe der Namensgeberin Bertha von Suttner sieht sich die Schule in besonderem Maße verpflichtet. Sie erzieht aktiv zu Gleichberechtigung, Friedensliebe und Gewaltfreiheit sowie politischer Verantwortung. 
  • Wesentlicher Maßstab der Erziehungsarbeit ist die Geschlechtergerechtigkeit.

   

Grundsatz 5

 

Wir gestalten unsere Arbeit transparent. 

Leitgedanken:

  • Eine auf Transparenz basierende Schulkultur vermittelt pädagogische Orientierungen.
  • Transparenz steigert die Akzeptanz von Entscheidungen.
  • Transparenz ermöglicht eine zielgerichtete Kooperation zwischen den an der Schulentwicklung beteiligten Gremien. 

 

Qualitätsstandards:

 

  • Die Leistungserwartungen und -beurteilungen sind für Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern nachvollziehbar. 
  • Wesentliche Grundsätze zur Leistungsbewertung sowie zur unterrichtlichen Arbeit werden  konzeptionell beschrieben und entwickelt sowie in jeweils aktualisierter Form veröffentlicht.
  • Die Schule informiert regelmäßig über die komplexen Fachwahl-, Differenzierungs- und Abschlussbestimmungen.
  • Die Schule informiert umfassend über die Arbeit ihrer Gremien.

  

Grundsatz 6

 

Wir qualifizieren uns weiter und arbeiten gemeinsam an der Schulentwicklung. 

Leitgedanken:

  • Fachliche und kollegiale Absprachen und Hilfen ermöglichen eine Bildungsarbeit auf pädagogisch hohem Niveau. Die Bewältigung des Schulalltags gelingt so besser.
  • Den sich wandelnden Erfordernissen der modernen Wissensgesellschaft an eine öffentliche Schule mit umfassendem Bildungsauftrag werden wir am besten in kooperierender Zusammenarbeit gerecht.
  • Methodische und fachliche Weiterqualifizierung des Kollegiums sichert die allgemeine Unterrichtsqualität. 

 

Qualitätsstandards:

  • Die Schulleitung sowie Stufen-, Lehrer- und Fachkonferenzen definieren pädagogische  Entwicklungsbedarfe. Arbeitsgruppen werden mit der Umsetzung betraut. 
  • Jahrgangsteams arbeiten zusammen.
  • Unter Einbeziehung des gesamten Kollegiums werden jährliche Fortbildungsschwerpunkte definiert.
  • Die Förderarbeit wird jährlich evaluiert.
  • Die Fachkonferenzen bewerten regelmäßig das Methodencurriculum und schreiben es fort.
  • Die Schule etabliert eine kollegiale Fallberatung.
  • Das Kollegium hält sich informiert über den aktuellen methodischen Stand zu den zentralen didaktischen Anliegen unserer großen, differenzierten Gesamtschule: Binnendifferenzierung und Individualisierung

 

Danksagung

Der Arbeitskreis „Schulprogramm“ bedankt sich herzlich bei allen Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern sowie den Eltern, die mit vielerlei Hinweisen dazu beigetragen haben, das Programm zu optimieren.

Der Arbeitskreis: Dr. Volker Hansen (Schulleiter) - Tom Anton (Schülervertretung) - Iris Eickermann (Schulpflegschaft) - Axel Frieling (Didaktischer Leiter) - Caroline Huys-Becker (Lehrerin) - Kevin Lipinski (Schülersprecher) - Hildegard Meuther-Reisert (Schulpflegschaft) - Dr. Jörg Schwenzfeier-Brohm (Lehrer) - Nicole von Zons (Schulpflegschaft) - Wolf Witt (Lehrer)