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Franz Kafkas Der Prozess war jüngst Unterrichtsgegenstand sowohl im Jahrgang 12 als auch in 13 (D-LK). Josef K wird Opfer einer absurden, kaltherzigen Justiz-Bürokratie; rechtelos, machtlos, hilflos. Diese Schicksalsdeutung kennt in der Regel, wer sich einmal mit dem anspruchsvollen Stoff befasste. Die Inszenierung des Rheinischen Landestheaters Neuss, die unsere Schüler/innen nun an zwei Abenden besuchten, setzt aber überraschenderweise ganz andere Akzente: Josef K tritt eine (Alp-) Traumreise ins labyrinthische Chaos seiner Persönlichkeit an. 

Ausgangspunkt ist die Bühne, Dreh- und Angelpunkt das einzige nennenswerte Requisit- ein Kleiderschrank. Aus ihm quillt alles Ungemach: "Zudringliche Gestalten" und Traumbilder symbolisieren Ks Unsicherheiten, Ängste und Nöte. Er ist aber auch einziger Fluchtpunkt und manchmal bietet er Schutz und Zuflucht. Eine psychoanalytisch angelegte Theaterdarbietung also, in der ein hervorragend agierender Phillip Heitmann als Josef K Einblicke in seelische Abgründe offenbarte. Ein übrigens hoch aktueller Roman, denn offenbar hat Kafka bereits 1912 Facebook vorausgesehen!

Für schulische Zwecke ausgesprochen hilfreich war sicherlich die Stückeinführung der Dramaturgin. Sie setzte Stück, Text und Leben Kafkas in Beziehung und erläuterte diverse Regieentscheidungen. Kommentar einer Schülerin: "Die erzählt ja wirklich genau dasselbe wie Sie!"

Zumindest die 13er haben nun eine schöne Gelegenheit, das Gesehene, Gehörte und Gelesene noch einmal Revue passieren zu lassen und zwar in der stimmungsvollen Weimarer Winterlandschaft, wohin sie in Kürze aufbrechen. Auch hier wird es wieder Theaterbesuche der Extraklasse geben. Viel Spaß! 

    

 

 

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