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H. Klein/ R. Bergmeier
Entwurf 1. Juli 1997


Rede-Manuskript für den Schülersprecher Dominik Schmitz zur Einschulungsfeier für den neuen 5. Jahrgang

Liebe Mitschülerinnen und Mitschüler! Liebe Eltern!
Liebe Gäste!

Ich möchte heute ganz besonders herzlich die Mädchen und Jungen des neuen 5. Jahrgangs an der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule begrüßen.

Ich freue mich, daß Ihr Euch für unsere Schule entschieden habt und bei uns angenommen worden seid!
Ihr werdet sicher fragen: Wer war Bertha von Suttner? Warum hat die Schule sich diesen Namen gegeben? Ich will versuchen, diese Fragen zu beantworten: Bertha von Suttner wurde vor mehr als 150 Jahren - im Jahre 1843 - geboren, und sie starb 1914, als sie 71 Jahre alt war. Sie stammt aus Österreich und sie war eine bekannte Journalistin und Schriftstellerin. Wir wissen über Bertha von Suttner, daß sie als Mädchen und als junge Frau sehr verwöhnt war, daß sie gern schöne Kleider trug und sich gern in der feinen Gesellschaft bewegte. Aber wir wissen auch, daß sie sehr neugierig und wißbegierig war: sehr früh hat sie mehrere Fremdsprachen gelernt, sie hat Musikunterricht und Gesangsunterricht bekommen und sie hat sich ganz intensiv mit den Naturwissenschaften und der Literatur auseinandergesetzt.

Bertha von Suttner hat mit ihrem Mann im Ausland gelebt. In dieser Zeit begann sie Erzählungen und Romane zu schreiben, mit denen sie damals bekannt wurde, die aber heute fast alle vergessen sind.
Durch drei Worte wurde Bertha von Suttner aber weltberühmt:
Die Waffen nieder!
Dies ist der Titel des Buches, das 1889 erschienen ist und in dem sie die Menschen aufruft, eine friedliche Welt zu schaffen ohne Krieg und ohne Waffen. Sie kämpfte also mit dem Füller oder dem Stift für eine friedliche Welt, also mit Hilfe des geschriebenen Wortes.

Bertha von Suttner hat aber auch - mit anderen Menschen zusammen - die Friedensbewegungen und Friedensgesellschaften in Deutschland und Österreich mitgegründet, und sie hat in vielen Aufsätzen und Reden die Idee einer friedlichen Welt verbreitet.

Dafür wurde sie vor allem von den Feinden Friedensbertha genannt, das finde ich gemein, aber auch ein wenig als eine Auszeichnung.

Bertha von Suttner wurde als erste Frau der Welt mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Bertha von Suttner hat sich aber auch eingesetzt für die Rechte der Frauen, und sie hat sich - zusammen mit ihrem Mann - eingesetzt für die Rechte von Minderheiten stark gemacht; sie hat jede Form von Fremdenfeindlichkeit und Fremdenhaß abgelehnt. Sie war eine abenteuerlustige, eine kämpferische Frau, die sich mit großem persönlichem Mut und mit viel Tatkraft eingesetzt hat für eine gerechte und friedliche Welt.

Bertha von Suttner schrieb ihre Lebenserinnerungen vor etwa 90 Jahren zu Beginn dieses Jahrhunderts. In diesem alten Buch

(zeigt das Buch)

gibt es eine Textstelle, die ich euch jetzt - am Ende dieses Jahrhunderts - gern widmen möchte.

Die Textstelle lautet sinngemäß: "Ich setze auf die Zukunft. Das zwanzigste Jahrhundert wird zu Ende gehen und der Krieg als größte Plage der Menschen wird vom Frieden abgelöst werden.
Bertha von Suttner schreibt: wörtlich:

"Ich appelliere an die Zukunft. Das zwanzigste Jahrhundert wird nicht zu Ende geben , ohne daß die menschliche Gesellschaft die größte Geißel - den Krieg - abgeschüttelt haben wird."

Und dann fragt Bertha von Suttner den Leser des alten Buches:

"... Und so frage ich hier einen viel, viel späteren Leser, der diesen Band vielleicht aus verstaubtem Bodenkram hervorgeholt hat: „Nun, wie ist es gekommen, hatte ich recht?“
Wie fragt Bertha von Suttner? Habe ich recht?
Tatsache: Es gibt keinen Krieg mehr in der Europäischen Union, also hat sie recht behalten. Tatsache aber auch: Es gibt aber immer noch Kriege in weiten Teilen der Welt. Also hat sie unrecht!
Und jetzt: Was ist unsere Aufgabe?
Wir alle sollten dafür sorgen, daß wir an unserer Schule friedlich miteinander umgehen -
und daß es weltweit immer weniger Kriege gibt.
Das wünschen wir uns alle!

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