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Dormagener und russische Jugendliche in der größten Stadt Europas: Moskau

Ein spannenderes Abenteuer konnte es für die jungen Leute aus unserer Schule kaum geben: Gemeinsam mit ihrem Lehrer U. Koopmann begaben sie sich auf eine Erkundungsreise nach Moskau. Über die Vorbereitungen berichtete  kürzlich gar der WDR.

Der "Auftrag" der Reise war in erster Linie ein historischer und friedenspolitischer. Ein touristisches Programm gab es natürlich außerdem. Von beidem künden eindrucksvolle Fotos.

 

 

Wie begegnen russische Schüler den Nachfahren ehemaliger Kriegsgegner aus Deutschland, wenn man mehr als 20 Millionen Opfer zu beklagen hat? Wie wird die Erinnerung an diese Zeit bewahrt? Wie entstehen trotzdem neue enge Freundschaften? Diesen Fragen ging eine Schülergruppe der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule aus Dormagen bei ihrer Studienfahrt in die russische Hauptstadt nach.
Die Moskauer Partnerschule 863 hatte dazu ein intensives und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das tiefe persönliche Begegnungen, herzliche Aufnahme in Schule und Gastfamilien sowie zahlreiche Exkursionen – vornehmlich mit der vielfach bestaunten Metro – umfasste.

In der  Aula der Schule konnten die Dormagener Gäste mit zahlreichen Bildern einen Überblick über die fast zehn Jahre andauernde Freundschaft zwischen beiden Schulen geben. Begrüßt wurden die wechselseitigen Aktivitäten von der Schulleiterin Elena A. Guseva und Bürgermeister Schalamow vom Moskauer Stadtbezirk Konkovo sowie Professor Dr. Wladimir I. Naumov, einem ehemaligen minderjährigen Zwangsarbeiter im Faschismus, der  die Freundschaftsbande initiierte und begleitet. Die Moskauer Schüler boten mit Liedern und Tänzen ein abwechslungsreiches Kulturprogramm.
Spannend der Besuch im Museum der Schule: Zahlreiche Original-Exponate aus dem 2. Weltkrieg, ein nachgebauter Unterstand und viele Fotos erinnerten an den Überfall der deutschen Truppen auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 und die unmittelbar drohende Zerstörung Moskaus. Ebenfalls Teile der Ausstellung: Bilder und Bücher aus Dormagen, Erinnerungen an die freundschaftlichen Besuche der Moskauer Gäste am Rhein.

Sehr persönlich und herzlich war der Besuch bei Margarita Orlowa, der Witwe des im vergangnen Jahr im Alter von 102 Jahren verstorbenen Dmitri Orlow. Dmitri Orlow war Kriegsgefangener und Zwangsarbeiter in der Nähe von Bielefeld. Er überlebte das Lager Stukenbrock und war an der Errichtung eines Mahnmals für die dort gestorbenen 65.000 Opfer beteiligt. Zur Erinnerung überreichte die Gruppe ein selbstgefertigtes Modell des Obelisken an Margarita Orlowa. Sie verband damit den Wunsch, dass das Mahnmal in der Form, die ihm die Zwangsarbeiter nach der Befreiung gegeben hatten, wieder hergestellt werden möge.
An die Kinder in Konzentrationslagern erinnerte der Besuch eines Parks im Stadtbezirk Chertanovo. Die Dormagener Schüler legten dort Blumen ab und gedachten der Opfer, viele etwa in ihrem eigenen Alter.

Besondere Bedeutung kam natürlich dem Roten Platz neben dem Kreml zu, dessen Besuch allerdings erst im zweiten Anlauf  klappte: Zunächst war der Zugang wegen der Vorbereitung zu den offiziellen Feierlichkeiten gesperrt. Erläutert wurde bei der Besichtigung die historische Bedeutung dieses schönen Platzes mit der Basilius-Kathedrale und dem Kaufhaus GUM. Wegen der Umbauarbeiten auf dem Platz blieben das Lenin-Mausoleum und der Friedhof der Kreml-Mauer versperrt.  Am „Grab des unbekannten Soldaten“ und der „Ewigen Flamme“ – an der nordwestlichen Kreml-Mauer  – erhielten die Dormagener und Moskauer Schüler jedoch Gelegenheit, ihre roten Nelken abzulegen.
Die privaten und öffentlichen Orte der Erinnerung wurden ergänzt durch die Besuche Moskauer Museen und des Museums der deutschen Antifaschisten in Krasnogorsk. Die vielfältigen Eindrücke flossen in der Erkenntnis zusammen, dass die Vergangenheit nicht vergessen werden darf und dass die Geschichte, wenn man die richtigen Schlussfolgerungen daraus zieht, hervorragend geeignet ist, tiefe Freundschaften darauf aufzubauen.

Die Studienfahrt der Dormagener Bertha-von-Suttner-Gesamtschule wurde gefördert von der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch. Die Schule ist zertifizierte „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Sie kooperiert mit der Deutsch-Russischen Gesellschaft Rhein-Ruhr.

  

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