Gar nicht tot, sondern sehr lebendig ging es zu bei den beiden Aufführungen in unserem diesjährigen "Club der toten Dichter".

Wieder einmal war die BvS-Theaterbühne ein Ort, auf dem junge Leute alles gaben und über sich selbst hinauswuchsen. 

Mit der Aufführung von "Der Club der toten Richter" hat der D&G-Kurs 10 eindrucksvoll bewiesen, was durch Teamgeist, Ausdauer, Fleiß und Leidenschaft auf die Bühne gebracht werden kann. René Jungbluth, stellvertretender Bürgermeister Dormagens, beschrieb das treffend: "In dem Stück geht es darum, was Zusammenhalt bedeutet. Das habt ihr doppelt gezeigt: Bei eurer gemeinsamen Arbeit und mit dem Stück selbst."

Zusammenhalt war tatsächlich nötig, denn bekanntermaßen sind unsere Bühnenbedingungen, auch wenn sie sich bereits verbessert haben, immer noch nicht die allerbesten, weswegen die Jugendlichen auch noch gezwungen waren, zu improvisieren. Was schon damit begann, dass erst einmal eine taugliche Bühnenfassung geschrieben werden musste, denn im Original handelt es sich um eine Erzählung. Viele Besucherinnen und Besucher werden auch den berühmten Film kennen, was die Sache für die jungen Darstellerinnen und Darsteller nicht gerade einfacher machte. Robin Williams als John Keating ist schließlich rein schauspielerisch sicherlich "oberstes Regal". Und dann die Juni-Hitze anno 2026...

Das Ergebnis der monatelangen Vorarbeiten und Proben war trotz aller Widrigkeiten eine mitreißende Inszenierung, die das Publikum fesselte. Das lag natürlich einmal am Stoff selbst. Er ist sehr konflikthaft mit einer deutlichen Spannungskurve hin zu tragischen, berührenden Ereignissen. Dann aber war es faszinierend zu sehen, wie die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler sich auf der Bühne immer enger zusammenfanden, aufeinander eingingen, Dialoge ganz natürlich sprachen, sich ihre Rollen zueigen machten, ganz in ihnen aufgingen und nach kurzer Zeit jede Befangenheit ablegten. Wenn, um einige Beispiele zu benennen, Rafal Basman alias Mr. Perry seinen Sohn Neil (Richmond Boateng) wütend runterputzte, der wiederum einen schüchternen Außenseiter seelisch immer wieder aufbaute und allerherzlichst und zugewandt mit ihm sprach oder Isa Tennstädt als Englischlehrer Keating seine aufbauenden Botschaften mit freundlichstem Lächeln und einer dazu passenden ruhig-besonnenen Körpersprache  unterstrich, fühlte und litt das Publikum so richtig mit. Ein durch und durch überzeugendes, bewunderungswürdiges  pädagogisches Naturtalent, dieser Keating - authentisch gegeben von einer Schülerin der 10. Klasse. Was will man mehr im Theater?

Der Rezensent staunt seit Jahrzehnten immer wieder über die Verwandlungsfähigkeit der jungen Leute; ihr Talent und ihre Bereitschaft, der eigenen Persönlichkeit unter den Bedingungen des Theaterspiels etwas hinzuzufügen. Für die weitere Entwicklung kann das nur positiv sein. Von alleine kommt das aber natürlich nicht. Womit wir bei der Regisseurin angelangt sind.

"O Captain! My Captain!"...Gabriela Lux war und ist ganz sicher Herz, Kopf und Seele des ganzen Unterfangens. Ihr Engagement rund um das Projekt bestand zunächst einmal in dem gewaltigen zeitlichen Aufwand, der hier zu betreiben war, in dem unermüdlichen Ringen um die besten Lösungen zu hunderten Detailfragen. Die geradezu spürbare Trauer ihres Ensembles darüber, dass die Zusammenarbeit nun beendet ist, zeigt aber noch etwas Anderes, etwas Tiefergehendes: Gabriela hat den jungen Leuten einen Raum eröffnet, in dem sie sich neu erfahren und erproben konnten. Das hat ihnen Freude gemacht, große Anerkennung eingebracht (Jubel und Applaus, auch mit Fächer in der Hand, sprechen eine eindeutige Sprache!) und das schöne Gefühl, auf eine gemeinsame Leistung gemeinsam stolz zu sein. Was für eine pädagogische Bilanz! Das Abschlussständchen nach Aufführung zwei am Mittwoch von Verena Tente und Klaus Gawlick hast du dir jedenfalls redlich verdient!

Gabriela ist erfahren genug, um solch ein Mammutprojekt neben all den anderen Verpflichtungen nicht alleine stemmen zu wollen.  Die Cheerleading-Passagen übte Verena Tente mit den Darstellerinnen ein. Für Live-Musik (wann hat es das bei uns zu einem Theaterstück schon mal gegeben?) sorgte Klaus Gawlick. Das Motiv "We don´t need no education..." wird im kollektiven Gedächtnis der BvS zurückbleiben. Nicole Döring schulte die Darstellerinnen und Darsteller im Hinblick auf bühnentaugliche Artikulation. Verena, Klaus, Nicole: Ganz herzlichen Dank. Auch für den mentalen Beistand, den ihr die gesamte Produktionszeit über geleistet habt.

Last but not least ist wieder einmal das technische Traumduo Marcel Schneegans und Niklas Thiel zu loben, diesmal verstärkt durch Fabian Holtman aus der 10f. Ohne euch wäre auch dieses Mal eigentlich gar nichts gegangen. Ganz herzlichen Dank!

CtD1

Isa, Anna, Zeynep, Kayra, Leonie, Julika, Cleo, Richmond, Charlyn, Anna, Charleen, Arbesa, Amelie, Efe, Mariia, Rafal, Blearta, Kim, Aissatou, Viktorya, Robin, Alina, Isabella, Anna, Leonie, Sophie, Nermin, Carla: Die Schule ist stolz auf euch!

 
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